Friesenhausen

zwischen Rhön und Fulda

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Lebenszeichen aus Down Under

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Endlich mal wieder ein paar Zeilen vom anderen Ende der Welt. Nach fünf Wochen im Land der Kängurus wird's aber auch wirklich Zeit für ein Lebenszeichen, was meint ihr?

Ihr habt natürlich recht! Wie können die vier Weltenbummler nur so lange unterwegs sein und es nicht schaffen, mal ein paar Sätze und Bilder zu posten, werdet ihr euch sicher fragen. Tja, ganz einfach, unsere beiden Kids halten uns ordentlich auf Trab. Wir sind immer wieder am Planen und Organisieren (Ausflüge, Unterkünfte, Mietwagen usw). Dann der Haushalt: Wäsche waschen, Kochen, Spülen usw. Und neben den üblichen Stillzeiten ist Mama Ines Tag und Nacht als Schnulli-Ersatz im Einsatz. Unser Sohn weiß eben was gut ist ;) Und Papa Sascha weiß spätestens jetzt, was eine Hausfrau so alles leistet ;) Tja, und wenn wir dann wirklich mal rausfahren, um die spektakuläre australische Landschaft zu genießen, haben wir selten Laptop und Internet parat, um unsere Eindrücke zeitnah zu posten.

Entschuldigung hin oder her. Da sind wir wieder. Es geht uns gut. Unser kleiner Levi ist nun schon fünfeinhalb Monate alt. Er wächst und entwickelt sich prächtig, will seine Umgebung erkunden, ganz wie die Großen ;) Wo wir auch gleich beim Stichwort wären: Erkunden!

Erkundet haben wir so ziemlich alles, was wir uns für unseren Besuch hier vorgenommen haben. Wir sind mit unserem Mietwagen ein paar Tage in die Flinders Ranges gefahren. Die Gebirgskette nördlich von Adelaide war für uns nochmal "taste of the Outback": rote Felsen, grüne Flusstäler mit knorrigen alten River Red Gums, auch mal abseits geteerter Straßen. Jede Menge Wildlife (Kängurus, Wallabies, bunte Kakadus), autofreie Straßen und menschenleere, kleine Ortschaften mit Geisterstadt-Postkartencharme.

Unsere "home base" hier in Südaustralien ist u. a. ein kleines Ferienapartment in Semaphore Beach, einem Suburb von Adelaide. Für eine vierköpfige Familie winzig, aber gut ausgestattet und mit einem schönen kleinen Innenhof für Lina zum herumtoben. Auch unsere Gastgeber sind sehr nett und mittlerweile Linas Freunde geworden.

Zur Zeit wohnen wir in einem großen, modernen Ferienapartment in Normanville, auf der Fleurieu Halbinsel. Das ist ein kleiner Ferienort, etwa 90 km südlich von Adelaide. Hier gibt es einen schönen Strand und es ist nicht weit bis zur Fähre nach Kangaroo Island. Die drittgrößte Insel Australiens haben wir uns dieses Mal nicht entgehen lassen:

Etwa 45 Minuten dauerte die holprige Überfahrt vom Cape Jervis nach Penneshaw. Zusammen mit unseren Freunden von 2004/05, die mittlerweile auch einen kleinen Sohn haben, wohnten wir 4 Tage lang in einem Ferienhaus in American River. Ein idyllisches kleines Örtchen, das weder amerikanisch, noch an einem Fluss gelegen ist, sondern an einer Lagune die ihrem Namen (Pelican Lagoon) alle Ehre macht. Die riesigen Vögel posieren hier abends majestätisch auf Straßenlaternen im Licht der untergehenden Sonne. Auch für die Sonnenaufgänge hat es sich gelohnt, früh aufzustehen und das Chaos unserer Urlaubs-WG mal zu verlassen. Traumhaft schön! Der Spielplatz? Zum Glück unserer Kinder "Just across the road!" :) Und ein kleines Lädchen zum Einkaufen der "basics" - auch vorhanden! Was will man mehr? Na klar, Ausflüge! Die Seal Bay haben wir uns angeschaut, wo sich Seelöwen am weißen Strand in der Sonne aalen. Im Flinders Chase Nationalpark gab' s bunte Kakadus ganz nah vor die Linse. Admirals Arch, einem großen Felsvorhang, mit noch mehr Seelöwen, und die Remarkable Rocks - echte Kunstwerke der Natur, besonders im Abendlicht - haben wir auch bestaunt.

Die Rückfahrt nach American River an diesem Tag war jedoch abenteuerlich, da wir es nicht mehr im Hellen geschafft haben. Hier in Australien, v. a. auf Kangaroo Island ist es wirklich leichtsinnig, nachts und bei Dämmerung unterwegs zu sein. Die Gefahr der Kollision mit Kängurus und anderen Kreaturen wie Echidnas, Wallabies oder Possums ist groß. Wir hatten Glück.

So wie auch heute wieder. Vor lauter Abenteuerlust und Neugier auf den ein oder anderen verborgenen Aussichtsplatz haben wir doch glatt ein Schild ignoriert. Die Aufschrift: "STOP! DRY WEATHER TRACK". War ja auch nicht wirklich nass. Nur ein kleines bisschen Regen und hier und da eine Pfütze. Die Quittung kam postwendend: Unser Auto wäre beinahe einen steilen Hang herunter gerutscht, der eigentlich eine Straße ist. Nix passiert. Nochmal Glück gehabt. Oder Fahrkunst, gell Sascha? ;) Wollten eigentlich nur die Aussicht aufs Meer genießen und ein kleines Picknick machen. Jetzt wissen wir, dass man derartige Schilder besser ernst nimmt ;)

Ach, zu Känguru Island noch was: Hier haben wir zum ersten Mal in unserem Leben fangfrische Austern geschlürft. Direkt aus der Lagune vor der Haustür. Sind allerdings schon gewöhnungsbedürftig. Und eine Weinverkostung mit lokalen Leckereien dazu haben wir am Tag unserer Abreise auch noch gemacht. Mehr geht nicht!

So weit, so gut. Morgen geht' s wieder zurück nach Semaphore Beach, wo wir unsere letzten Tage in unserem geliebten Australien verbringen werden. Wir müssen allerdings gestehen: Wir vermissen nun wirklich den Sommer!!! Nach so langer Zeit im Herbst und Winter freuen wir uns auf Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad und hoffen, dass wir die in der Heimat auch bekommen werden :)

Zu unserer Rückkehr: Am 6. Juli fliegen wir noch mal nach Auckland. Am 9. Juli geht' s dann über die Asienroute via Hong Kong und London zurück nach Frankfurt, wo wir voraussichtlich am 13. Juli landen werden. In Hong Kong bleiben wir nochmal 3 Tage. Insgesamt sind wir dann aber 9 Tage früher daheim als ursprünglich geplant. Los Angeles und die USA-Westküstentour haben wir gestrichen. Das heben wir uns für später auf. So dass wir am Ende einmal um die Welt geflogen sind. Puh! Dann reicht' s aber auch erst mal mit der Fliegerei!

Bis bald, vielleicht nochmal aus Ozeanien, vielleicht aber auch aus Asien ;)
Eure vier Weltenbummler

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